Auf einen Blick
- Die TU Wien hat gemeinsam mit STEYR® und weiteren Projektpartnern das Forschungsprojekt HYTRAC ins Leben gerufen, das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Klima- und Energiefonds gefördert wird.
- HYTRAC kombiniert einen wasserstoffbetriebenen Traktor mit einer Wasserstoffspeicher- und Betankungsinfrastruktur direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben.
- Zu den Schlüsseltechnologien des Projekts zählen ein Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H₂ ICE) sowie ein fortschrittliches elektrisches eCVT-Getriebe mit Leistungsverzweigung.
- HYTRAC soll einen praxisorientierten Weg hin zu einer kohlenstoffarmen Mechanisierung der Landwirtschaft und zu einer größeren.
Energieunabhängigkeit landwirtschaftlicher Betriebe aufzeigen.
St. Valentin, 15. September 2026
Die TU Wien hat gemeinsam mit
STEYR® und weiteren Projektpartnern das Forschungsprojekt
HYTRAC gestartet, das die Potenziale eines integrierten Wasserstoff-Energiesystems für die Landwirtschaft untersucht. Das Projekt kombiniert einen wasserstoffbetriebenen Traktor mit einer Wasserstoffspeicher- und Betankungsinfrastruktur direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb (dem sogenannten
COMBHY-System) in Neusiedl. Ziel ist es, einen realisierbaren und skalierbaren Weg hin zu einer kohlenstoffarmen Mechanisierung der Landwirtschaft zu erforschen und dabei die von modernen landwirtschaftlichen Betrieben geforderte Leistung, Einsatzdauer und Flexibilität sicherzustellen.
Mit
HYTRAC wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem Wasserstoff nicht nur als Antriebstechnologie für Traktoren betrachtet wird, sondern als Bestandteil eines integrierten Energieökosystems für landwirtschaftliche Betriebe. Im Fokus steht die Untersuchung eines Gesamtsystems, das Produktivität, Energieunabhängigkeit und reduzierte Emissionen miteinander verbindet und zugleich praxisnah sowie skalierbar für den landwirtschaftlichen Einsatz ausgelegt ist.
„Das HYTRAC-Projekt ermöglicht es uns, das Zusammenspiel von wasserstoffbetriebenen Landmaschinen, Energieinfrastruktur und landwirtschaftlichen Betrieben unter realen Bedingungen zu analysieren. Dieser systemische Ansatz ist unerlässlich, um zu verstehen, welchen Beitrag Wasserstofftechnologien künftig zur CO
2-Reduzierung in der Landwirtschaft leisten können“, erklärt Johannes Konrad, Assistenzprofessor am Institut für Antriebs- und Fahrzeugtechnik der TU Wien.
Wasserstoffbetriebener Motor
Aufbauend auf dem wegweisenden
STEYR FCTRAC, einem innovativen Konzepttraktor mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb, der im Juli 2024 vorgestellt wurde, markiert HYTRAC den nächsten Schritt in der Erforschung wasserstoffbetriebener Landmaschinen durch STEYR. Das Projekt baut auf den bisherigen Erkenntnissen auf und kombiniert die Vorteile eines Wasserstoffantriebs mit einem fortschrittlichen
elektrischen eCVT-Getriebe mit Leistungsverzweigung, das von der VDS Holding GmbH entwickelt wurde.
Im Mittelpunkt steht ein wasserstoffbetriebener Traktor mit einem
Wasserstoff-Verbrennungsmotor (H₂ ICE). Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines vollständig integrierten intelligenten Energiesystems, das Wasserstoffproduktion, -speicherung und Betankungsinfrastruktur miteinander verbindet, um ein Höchstmaß an Praxistauglichkeit und Effizienz zu erreichen.
Der auf einem konventionellen
STEYR Expert basierende Forschungstraktor verfügt über einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor mit Direkteinspritzung, der eine mit dem Basisfahrzeug vergleichbare Dauerleistung liefern soll und gleichzeitig das Potenzial für einen lokal nahezu emissionsfreien Betrieb bietet.
HYTRAC wurde als praxisorientierte Lösung für landwirtschaftliche Betriebe konzipiert. Die Kraftübertragung erfolgt über ein hocheffizientes
eCVT-Getriebe, während Anbaugeräte zusätzlich elektrisch über die von der Voltfactory GmbH entwickelte
Hochspannungsbatterie versorgt werden können. Zu den Vorteilen des Konzepts zählen geringe lokale Emissionen, eine hohe Arbeitseffizienz sowie lange Betriebszeiten, die den Anforderungen moderner Landwirtschaft gerecht werden.
Brennstoffproduktion auf dem Hof
Das integrierte Projekt verfolgt das Ziel, die praktische Wasserstoffproduktion direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben zu ermöglichen. Hierfür sollen vorhandene Energiequellen wie Biomasse aus Pflanzenresten, Windenergie und Photovoltaik genutzt werden, um eine hofeigene Wasserstofftankstelle zu versorgen.
Da diese Energiequellen auf vielen Betrieben zunehmend verfügbar sind, bietet die Integration moderner Wasserstoffspeicher- und Kompressionstechnologien erhebliches Potenzial, die Energieerzeugung und Energienutzung auf dem Betrieb weiterzuentwickeln.
Ergänzend kommt ein
KI-optimiertes intelligentes Energiemanagement zum Einsatz. Dieses stellt sicher, dass die Wasserstoffproduktion dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Grundlage hierfür sind Lastprofile, Nutzerdaten sowie eine vorausschauende Steuerung, die im
„Smart Energy Hub“ integriert ist.
Der wasserstoffbetriebene Forschungstraktor von STEYR wurde mit dem Ziel entwickelt, die
CO2-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren und gleichzeitig höchste Praxistauglichkeit sowie eine nahtlose Systemintegration zu gewährleisten.
Im Rahmen des Projekts werden Nutzen und Skalierbarkeit des
HYTRAC-Traktors sowie der
COMBHY-Wasserstoffinfrastruktur am Energy Hub Neusiedl demonstriert. Das Systemkonzept soll Landwirten sowohl eine Verringerung ihrer CO
2-Emissionen als auch eine höhere Energieunabhängigkeit ermöglichen.
Durch die Kombination von Fahrzeugentwicklung, Wasserstofftechnologie und intelligentem Energiemanagement unterstreicht das
HYTRAC-Projekt das Engagement von STEYR, praxisgerechte Wege für eine nachhaltige Zukunft der landwirtschaftlichen Mechanisierung zu erforschen.
Weitere Informationen zur Skalierbarkeit des Systems sowie zu möglichen nächsten Entwicklungsschritten werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.